Aktuelles

Prešov-Austausch (13.4.2026 – 18.4.2026)

Bereits im Oktober des letzten Jahres waren Schülerinnen und Schüler sowie eine Lehrerin und der Schulleiter aus Prešov bei uns zu Gast. Diesen April war es dann endlich so weit: Der heißersehnte Gegenbesuch in der Slowakei stand an.

Am Montag ging es mit dem Flugzeug über Zürich nach Košice, das etwa 40 Kilometer von Prešov entfernt liegt. Wegen einer Verspätung erwies sich der Zwischenstopp als reichlich sportlich ... In Košice wurden wir herzlichst durch einen Teil unserer Gastgeber begrüßt und sollten in den folgenden Tagen einen ganz wunderbaren Aufenthalt haben. Neben dem schulischen sowie kulturellen Programm am Vormittag und frühen Nachmittag standen die Nachmittage und frühen Abende ganz im Zeichen der individuellen Freizeitgestaltung mit den Gastgebern. So standen z. B. Bowling in größerer Runde oder der Besuch einer Kunstgalerie auf dem Plan.

Am Dienstag lernten wir die Evanjelická spojená škola, unsere gastgebende Schule, und ihre Geschichte kennen. Unter einem Dach finden sich dort mehrere Erziehungs- bzw. Bildungseinrichtungen vom Kindergarten bis zum Gymnasium. In einem Gymnasialzweig ist Deutsch als erste Fremdsprache verpflichtend, sodass es für uns überhaupt keine Verständigungsschwierigkeiten gab – die Deutschkenntnisse der SchülerInnen und Lehrkräfte sind sehr gut bis ausgezeichnet. Wir konnten auch in den Unterricht hineinschnuppern, was eine sehr interessante Erfahrung war.

Anschließend lernten wir in einer von den gastgebenden Schülern vorbereiteten Stadtrallye mit Kurzvorträgen den historischen Kerns Prešovs kennen:

Wir besichtigten zunächst das Wahrzeichen der Stadt, die Konkathedrale des Hl. Nikolaus. Diese ist mit ihrem 71m hohen Turm prägend für das Bild des Stadtzentrums.

Sodann besuchten wir die orthodoxe Synagoge der Stadt, die heute hauptsächlich als Museum dient. Hier erfuhren wir Näheres über das Projekt Prázdna stolička (Der leere Stuhl). Dieses hatte unsere Partnerschule ins Leben gerufen mit dem Ziel, auf die Rolle des slowakischen Staates bei der Unterdrückung und Vernichtung der Juden ab den Jahr 1939 hinzuweisen. Konkret versuchte man, das Leben und das Schicksal der jüdischen Schüler zu erforschen, die in jener Zeit aus der Schule verbannt und schließlich in KZs verschleppt wurden. Der Projektname ist deswegen so treffend, weil nach dem Ausschluss der jüdischen Schüler ein Drittel (!) der Stühle in den Klassenräumen leer blieben.

Abschließend besuchten das Evangelische Kollegium aus dem Jahr 1667 mit seiner beeindruckenden Bibliothek mit Schriften, die bis ins 14. Jahrhundert zurückreichen.

Am Mittwoch stand ein Ausflug in die Hohe Tatra an. Wir fuhren zum Gebirgssee Štrbské pleso auf rund 1500 Höhenmetern und machten um diesen entlang eines schönen Weges einen wunderbaren Spaziergang durch die herrliche Natur. Leider war der Himmel zugezogen, sodass man das eigentlich umwerfende Bergpanorama nur für wenige Augenblicke erahnen konnte.

Nach einer Stärkung in einem Restaurant ging es weiter in den kleinen Važec, wo wir uns die dortige Höhle auf einer Besichtigungsroute von 235 Meter Länge ansahen. Bei einer Temperatur von frischen 7° gingen wir durch die teilweise sehr engen und niedrigen Gänge im Inneren der Höhle. In dieser bestaunten wir verschiedenartige und beeindruckende Tropfsteingebilde, kleine Seen sowie die ausgestellten Knochen des seit zehntausenden von Jahren ausgestorbenen Höhlenbären, die man seit der Erschließung der Höhle immer wieder entdeckt hat.

Am Donnerstag fuhr unsere Gruppe mit dem Zug in das nördlich von Prešov gelegenene Kurbad Bardejovské Kúpele. Dort befindet sich das älteste Freilichtmuseum der Slowakei, wo man mehrere hundert Jahre alte Gebäude bestaunen kann, z.B. Bauernhäuser, Werkstätten oder auch eine orthodoxe sowie eine griechisch-katholische Kirche, beide aus Holz gebaut. In beiden Gotteshäusern werden noch Messen gefeiert. Im Kurort ließen wir es uns nicht nehmen, uns frisch zubereitete Oblaten zu gönnen – leeeeeecker! Außerdem trauten sich ein paar ganz Hartgesottene unter uns, an der öffentlichen Heilquelle das eisenhaltige Wasser zu probieren. Das einstimmige Urteil: Der Geschmack nach frischem Nagel macht es sicher nicht zum Trendgetränk der Zukunft …

Leider blieb nach dem Mittagessen nur allzu wenig Zeit, um uns die Stadt Bardejov etwas ausführlicher anzusehen. Diese ist wegen ihrer mittelalterlichen Bebauung in der UNESCO-Weltkulturerbe-Liste eingetragenen.

An Freitag, unserem letzten vollen Tag unseres Aufenthaltes, unternahmen wir einen Ausflug nach Košice, in die zweitgrößte Stadt der Slowakei (rund 220.000 Einwohner). Nach einem kurzen Besuch des Goethe-Instituts, das in der staatlichen wissenschaftlichen Bibliothek untergebracht ist, war Zeit zur freien Verfügung. So bestand die Möglichkeit, das wunderschöne historische Stadtzentrum, das das größte denkmalgeschützte Stadtgebiet der Slowakei ist, zu erkunden.

Auch der wunderbarste Austausch muss einmal zu Ende gehen. Am Samstagvormittag hatten wir noch kurz Gelegenheit, unseren neuen slowakischen Freundinnen und Freunden dovidenia zu sagen. Das war nicht ohne Wehmut, denn man hatte sich während des Aufenthalts wunderbar und herzlich um uns gekümmert. So versprach man sich schon, sich privat nochmals zu besuchen...

Dann machten wir uns auf den Weg zum Flughafen Košice, um den Rückflug nach Düsseldorf anzutreten. Alle stimmten überein, dass die Zeit in Prešov viel zu schnell vorbeigegangen war, aber noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Spa